Claudius
Matthias
Kriegslied
1779
's ist Krieg! 's ist
Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
's ist leider Krieg - und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!
Was sollt' ich machen,
wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?
Wenn wackere Männer,
die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?
Wenn tausend Väter,
Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?
Wenn Hunger, böse
Seuch' und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab Versammelten,
und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich' herab?
Was hülf mir
Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
s' ist leider Krieg - und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!
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